- Продолжительность:
- 06:54
- Формат:
- mp3
- Размер:
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Текст песни "Reinhard Mey — Das Narrenschiff"
Das Quecksilber f?llt, die Zeichen stehen auf Sturm
Nur bl?des Kichern und Keifen vom Kommandoturm
und ein dumpfes Mahlen grollt aus der Maschine.
Und rollen und stampfen und schwere See,
die Bordkapelle spielt „Humbat?ter?“,
und ein irres Lachen dringt aus der Latrine.
Die Ladung ist faul, die Papierengiert,
die Lenzpumpen leck und die Schotten blockiert
die Luken weit offen und alle Alarmglocken l?uten.
Die Seen schlagen mannshoch in den Laderaum
und Elmsfeuer z?ngeln von Ladebaum,
doch keiner an Bord vermag die Zeichen zu deuten...
Der Steuermann l?gt, der Kapit?n ist betrunken
und der Maschinist in dumpfe Lethargie versunken,
die Mannschaft lauter meineidige Halunken,
der Funker zu feig‘, um SOS zu funken.
Klabautermann f?hrt das Narrenschiff
?Volle Fahrt voraus? und Kurs auf‘s Riff!
Am Horizont wetterleuchten die Zeichen der Zeit:
Niedertracht und Raffsucht und Eitelkeit;
auf der Br?cke tummeln sich T?lpel und Einfaltspinsel.
Im Tr?benscht der scharfgezahnte Hai,
bringt seinen Fang ins Trockne, an der Steuer vorbei,
auf die Sandbank, bei der wohlbekannten Schatzinsel.
Die ander‘n Geldw?scher und Zuh?lter, die warten schon –
Bordellk?nig, Spielautomatenbaron –
im hellen Licht, niemand mu? sich im Dunkeln rumdr?cken
in der Bananenrepublik, wo selbst der Pr?sident
die Scham verloren hat und keine Skrupel kennt,
sich mit dem Steuerdieb im Gefolge zu schm?cken!
Man hat sich glatt gemacht, man sich arrangiert;
all die hohen Ideale sind havariert,
und der gro?e Rebell, der nicht m?d‘ wurde zu streiten,
mutiert zu einem servilen, gift‘gen Gnom
und singt lammfromm vor dem schlimmen alten Mann in Rom
seine Lieder, f?rwahr: Esndern sich die Zeiten!
Einst junge Wilde sind gef?gig, fromm und zahm
gekauft, narkotisiert und gellahm,
tauschen Samtpf?tchen f?r die einst so scharfen Klauen.
Und eitle Greise pr?sentieren sich keck
mit immer viel zu jungen Frauen auf dem Oberdeck,
die ihre schlaffen Glieder w?rmen und ihnen das Essen vorkauen.
Sie r?sten gegen den Feind, doch der Feind ist l?ngst hier!
Er hat an die Hand an deiner Grugel, er steht hinter dir.
Im Schutz der Paragraphen mischt er die gezinkten Karten.
Jeder kann es sehen, aber alle sehen weg,
und der Dunkelmann kommt aus seinem Versteck
und dealt unter aller Augen vor dem Kindergarten.
Der Ausguck ruft vom h?chsten Mast:Endzeit in Sicht!?
Doch sie sind wie versteinert und sie h?ren ihn nicht.
Sie zieh‘n wie Lemminge in willenlosen Horden.
Es ist, als h?tten alle den Verstand verlor‘n,
sich zum Niedergang und zum Verfall verschwor‘n,
und ein Irrlicht ist ihr Leuchtfeuer geworden.